Der Waschsalon ist nicht nur eine Frage schmutziger Wäsche. Er wird zu einem Ort, an dem sich menschliche Lebenswege kreuzen, Identitäten neu aufgebaut werden und das Exil unsichtbare Spuren hinterlässt.
„Einen gewöhnlichen Ort in ein kollektives emotionales Gedächtnis verwandeln“ – das ist die zentrale Intention dieser dokumentarischen und poetischen Fotoserie. Die Bilder zeigen wartende Körper, aufgehängte Kleidung, Details des Alltags, Sprachfragmente und anonyme Räume voller menschlicher Geschichten.
Inspiriert von den Überlegungen Paul Ricœurs zu Erinnerung und gelebten Orten sowie von Marc Augés Begriff des „Nicht-Ortes“, hinterfragt das Projekt, wie gewöhnliche Räume zu Orten der Zugehörigkeit, der Einsamkeit und des Neuanfangs werden.
Das Projekt untersucht den Waschsalon als sozialen, emotionalen und kulturellen Übergangsraum innerhalb der Migrationserfahrung.
„Als Migrantin war der Waschsalon weit mehr als nur ein Ort zum Wäschewaschen. Er war ein erster Anlaufpunkt, ein temporärer Zufluchtsort, ein Raum des Beobachtens und der Begegnung. Zwischen rotierenden Maschinen, Wartezeiten und den wiederholenden Gesten des Alltags entstanden stille Formen der Sozialisierung: spontane Gespräche, das Erlernen der Sprache, geteilte Blicke und gemeinsames Schweigen.“ Layla Reg
ArtWork
Ruth Kühn-Löwe wurde mit zwei Arbeiten nominiert


Der Waschsalon, ein kultureller Übergangsraum an dem sich zwischen rotierenden Maschinen menschliche Lebenswege kreuzen. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sich begegnen, Blicke teilen, anschweigen oder sich spontane Gespräche entwickeln. Der Waschsalon ein anonymer, technisierter Raum voller menschlicher Geschichten von Zugehörigkeit, Einsamkeit oder Neuanfang.
Hier ein paar Impressionen …
Ankündigung


