Ausstellung im BBK Kunstforum mit Arbeiten von Bensch, Susanne Bons, Daniel Breininger, Sigrid Ehemann, Danisa Glusevic Ferreira, Sabine Jansen, Amin Khelghat, Carina Klaus, Thomas Klingberg, Mariele Koschmieder, Anja Krahe, Ruth Kühn-Löwe, Anna Owsiany-Masa, Hiva Rashidzadeh, Christine Renner, Rainer Schmidt, Klaus Stecher, Barbara Verhoeven.
Tiere gehören zu den frühesten Sujets der Kunstgeschichte; bereits in der Höhlenmalerei präsent, haben sie bis heute nichts von ihrer Relevanz eingebüßt. War die Tiermalerei lange Zeit ein zentrales Thema der akademischen Kunst, avancierte das Tier um die Jahrhundertwende zum Ausdrucksmittel der Avantgarden. Während die Surrealisten in hybriden Wesen und vermeintlichen ‘Monstern’ eine Revolution des ästhetischen Erlebens suchten, spiegelte sich in dieser neuen Zuwendung auch ein gesellschaftlicher Wandel: Eine humanistischere Sichtweise begann, die tradierte Hierarchie zwischen Mensch und Tier innerhalb der Gemeinschaft der Lebewesen grundlegend zu hinterfragen.
Historisch diente die Erforschung der ‘Animalität’ oft dazu, Grenzen zu ziehen – sowohl zwischen Spezies als auch zwischen Menschengruppen, denen durch Tiermetaphern die Menschlichkeit abgesprochen wurde. Von der Physiognomie mit ihren rassistischen Auswüchsen bis hin zu Anthropomorphismus und Mimikry haben Künstler jedoch stets auch Gegenentwürfe geliefert: Sie laden dazu ein, das Tier als das ‘Andere’ neu zu definieren und über alle Differenzen hinweg die tiefen Gemeinsamkeiten zu erkennen.
ArtWork
Ruth Kühn-Löwe ist mit der Arbeit “Zentaurus” nominiert.
Zentaurus, Goache/Acryl auf Leinwand, 2026, 80 cm x 80 cm

Zentaurus
Meist wild, ungestüm, ungezügelt und dem Wein zugetan sind Zentauren Fabelwesen aus der griechischen Mythologie. Mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Rumpf sowie den Beinen eines Pferdes stehen Zentauren für den Konflikt zwischen menschlicher Vernunft und tierischen Urinstinkten. In zwei Welten lebend symbolisieren Zentauren den ewigen Konflikt zwischen menschlichen Verstand und tierischen Urinstinkten. Der menschliche Oberkörper steht für Geist, Vernunft, Kultur und bewusste Weisheit. Die wilde Seite, der Pferdeunterkörper repräsentiert die animalische Natur, körperliche Triebe, Kraft und ungezügelte Freiheit. Spirituelles Potenzial, Wildheit versus Weisheit all das steckt in dieser Dualität und inneren Natur.
Hier ein paar Impressionen …
Ankündigung

